Jetzt anmelden für die Modellbau Wels 2018

Der Anfang meiner Eisenbahnerei,
und die Geschichte der Ampertalbahn

Zur Eisenbahnerei kam ich 1978, denn zum Schulanfang bekam ich meine erste Modelleisenbahn in H0, die von einem ehemaligen Arbeitskollegen meines Vaters, Werner Herzog, der ein Modelleisenbahngeschäft besaß, stammte. Seit dem ersten Besuch bei W. Herzog war ich immer samstags bei ihm zuhause, denn er hatte im Garten hinterm Haus eine Gartenbahn zum Mitfahren. Dort drehte ich Runde um Runde. Werner Herzog war auch mit seiner Bahn auf div. Veranstaltungen unterwegs, wo ich seit 1982 als stolzer zehnjähriger Lokführer fahren durfte. Im Frühjahr 1982 wurde W. Herzog vom dem damaligem Biergartenbetreiber in der Schlossallee/Haag gefragt, ob er nicht mit seiner Bahn dort fahren könnte. Zuerst waren die Gleise nur wie bei Veranstaltungen aufgebaut, aber schon bald, durch den großen Zuspruch der Gäste, bauten wir eine stationäre Anlage. Seitdem fahre ich dort bei schönem Wetter jeden Samstag, Sonntag und Feiertags.
Am 1. September 1988 begann ich meine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und zugleich fing ich an diesem Tag mit dem Bau meiner ersten Lok in der Spur 5-Zoll (Spurweite 127 mm) an. Dass ich mir diesen Wunsch erfüllen konnte, verdanke ich Alfred Esterl. Er ermöglichte es mir in seiner hervorragend ausgestatteten Werkstatt mein Projekt auszuführen. Er brachte mir das Drehen, Schmieden, Schweißen und Fräsen mit allen Maschinen bei, die er in der Werkstatt hatte. Mein Ziel war es, mit meiner Lok an meinem 16. Geburtstag im Februar 1989 die erste Probefahrt durchführen zu können. Jeder aus dem Verein (Bayrischer Dampfbahnverein) sagte, dies würde ich nie schaffen. Jedoch verkabelte ich in der Nacht von 26.2.89 auf 27.2.89 die Elektrik in meinem Zimmer und gegen halb 4 Uhr morgens war es soweit: ich konnte meine Lok von meinem Zimmer ins Wohnzimmer fahren lassen. Bei den lauten Geräuschen erwachte mein Vater und meinte ich sei wohl nicht ganz normal! Ende 1988 war es dann beinahe Schluss mit der Kindereisenbahn im Biergarten, denn W. Herzog zog von Bayern nach Baden-Württemberg. Aber es ging dann doch nahtlos mit dem Fahrbetrieb im Biergarten weiter, denn ich übernahm die Gleisanlage von ihm. Anfangs fuhr ich mit meinem Fahrrad und Anhänger nach Haag. Mit 18 machte ich dann meinen Autoführerschein und meldete mein Reisegewerbe an. Im Jahre 1994 baute ich mir eine mobile Anlage und fuhr auch wieder auf Veranstaltungen. In der Zwischenzeit wurde immer wieder etwas an der Anlage im Biergarten gebaut und verändert. So bekam die Bahn 1995 einen Zaun rundherum, zur Sicherheit der Kinder.
1996 schrieb ich sozusagen Geschichte, denn ich war mit meiner 5" Gartenbahnanlage auf dem Freisinger Volksfest im Auftrag der Stadt Freising im Einsatz. Im selben Jahr wurde der Bahnhofsbereich gepflastert, 1997 legte ich von der Fischbraterei eine Stromleitung zum Kassenhaus und 1998 wurde eine Bahnhofsüberdachung errichtet.
2000 bekam der Biergarten einen neuen Besitzer, die Fam. Hofmeier aus Haag a. d. Amper. 2001 baute ich dann endlich ein neues Kassenhaus und einen Lokschuppen.
Zur 1200-Jahrfeier von Haag a. d. Amper im Jahr 2004 fuhr ein Dampfzug von Freising nach Haag. Im Sommer 2005 habe ich mich zur Erweiterung der Anlage entschlossen. Es sollte ein drei Schienen-Gleis werden. Die Spurweiten 5" und 7 1/4"Zoll werden kombiniert. Seit dieser Zeit sind wir auch im Internet unter www.fahrbetriebe-schmieder.de und seit 2008 auch unter www.ampertalbahn.de erreichbar.
Im Oktober 2007 wurde die Bahnstrecke München - Landshut von mechanischer auf elektronische Signalsteuerung umgerüstet. Aus diesem Grund war ich vier Wochen im Oktober im Einsatz:
Ich bin über 2000 km mit dem Auto gefahren und ca. fünf Stunden am Telefon gewesen.
Dies war aber nicht umsonst. In meinen Besitz kam nicht nur Kleinmaterial, nein sondern ich bekam, z. B. Schranken, Schilder, Lampen, Uhren und vieles mehr. Die Besonderheiten waren ein Vorsignal und das letzte in Deutschland gebaute und in Betrieb genommene Flügelhauptsignal mit einer Sonderlänge von 6m, auf das ich sehr stolz bin.
Kurz vor Saisonbeginn 2009 bekam ich für mein Hauptsignal einen originalen
Signal-Erdfuß von der Signalmeisterei in München. Dieser wurde am 21.03.09 im Erdreich versenkt. Seit 28.03.09 steht das Signal wieder und wird in Betrieb genommen.
Nach langem Planen wurde ab August 2009 mit dem Totalumbau der Anlage begonnen.
Durch die Mithilfe meiner ehrenamtlichen Helfer wurde diese planmäßig an Ostern 2010 in Betrieb genommen.
Die große Einweihungsfeier gab es dann an Pfingsten 2010 mit kirchlichem Segen.
Zu diesem Anlass bekam die Ampertalbahn auch ihr neues Zugpferd (Feldbahnlok NS2F mit Verbrennungsmotor aus den Werkstätten von Hans Schröcker), das seitdem bei starkem Fahrgastandrang den Fahrbetrieb stemmt.




Robert Schmieder